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Jan van der Croon
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Jan Freiherr van der Croon (* um 1600 in Weert; † 6. November 1665 in Prag), auch Jan della Croon, Johann de la Corona oder von der Cron genannt, war ein kaiserlicher Offizier im DreißigjĂ€hrigen Krieg. Vom einfachen Soldat stieg er zu einem wichtigen Offizier und Regimentsinhaber auf und wurde langjĂ€hriger Stadtkommandant von Pilsen und Prag. Nach dem Friedensschluss 1648 war als Vize-MilitĂ€rkommandant bzw. Kommandierender General Böhmens tĂ€tig. In dieser Funktion verstĂ€rkte er Festungen und rekrutierte Soldaten fĂŒr den Zweiten Nordischen Krieg und den TĂŒrkenkrieg 1663/1664. Kurz vor seinem Tod erreichte er seinen höchsten Rang als Feldmarschallleutnant.

Er war einer der wenigen MilitĂ€rs seiner Zeit, der trotz nichtadeliger Abstammung zum General aufstieg. Nach seiner Erhebung in den Adelsstand erwarb er in Böhmen in den 1650er Jahren ausgedehnten Landbesitz und wurde Stifter fĂŒr die katholische Kirche. Einen vergleichbaren Werdegang hatte der Reitergeneral Johann von Werth, mit dem Croon nach seinem Tod von den Historikern seiner Heimat hĂ€ufig verwechselt wurde. Croon profitierte bei seinem Aufstieg maßgeblich durch seine enge Verbindung zu Feldmarschall Ottavio Piccolomini.cite-ref-haanen1-1-0[1]

Contents

‱ Leben
‱ Familie
‱ Literatur

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Leben

Vom Soldaten zum Offizier

Geboren wurde Jan van der Croon im damals habsburgischen, heute niederlĂ€ndischen Weert in die Familie Cool oder Coolen, die nach dem Gasthof De Croon in ihrem Besitz auch Croon genannt wurde. Wer genau seine Eltern waren, ist nicht eindeutig identifizierbar. Der zeitweilige Weerter BĂŒrgermeister Jacob in de Croon war nach dem Historiker Emile Haanen vermutlich Jans Onkelcite-ref-haanen1-1-1[1], wird in anderen Quellen aber auch als sein Vater eingestuft.cite-ref-nnbw-2-0[2] Er dĂŒrfte ein unehelicher Sohn, möglicherweise einer Waschfrau, gewesen sein.cite-ref-0-3-0[3] Seine zwei BrĂŒder Franz (Frans) und Willem wurden ebenfalls Soldaten, Franz war Hauptmann in kaiserlichen Dienstencite-ref-haanen2-4-0[4], Willem fiel als Oberstleutnant in spanischen Diensten bei der Stadt Lille.cite-ref-haanen3-5-0[5]

Jan begann seine militĂ€rische Karriere 1624 in der spanischen Armee, die im AchtzigjĂ€hrigen Krieg die Niederlande bekĂ€mpfte. Sein Vorbild war mutmaßlich sein Onkel Giel Jonghen d’Ongarie, der ebenfalls als Soldat in habsburgischen Diensten kĂ€mpfte.cite-ref-haanen2-4-1[4] Jan wurde von seinen Zeitgenossen in der Armee meist mit dem Nachnamen de la Corona bezeichnet.cite-ref-haanen1-1-2[1] Unter Ambrosio Spinola nahm Croon an der Belagerung von Breda von August 1624 bis zur Aufgabe der Stadt Anfang Juni 1625 teil. Wenig spĂ€ter wechselte er als Pikenier in die kaiserliche Armee und diente unter Albrecht von Wallenstein bei dessen Ungarn-Feldzug gegen den protestantischen HeerfĂŒhrer Ernst von Mansfeld und dem Holstein-Feldzug gegen die DĂ€nen. 1629 zog Croon im kaiserlichen Heer unter Rambaldo Collalto zur UnterstĂŒtzung der Spanier im Mantuanischen Erbfolgekrieg nach Norditalien. Im Juli 1630 nahm er an der ErstĂŒrmung Mantuas durch die Kaiserlichen teil, das anschließend schwer geplĂŒndert wurde. Croon selbst fiel seinen Vorgesetzten auf durch seine Leistungen bei der Belagerung und in einem kleinen Gefecht, in dem vier französische Kompanien besiegt wurden. Er wurde dafĂŒr bis zum Corporal befördert, wĂ€hrend sein Onkel Giel in dieser Zeit als Obristleutnant nahe Mantua fiel.cite-ref-haanen2-4-2[4]

Nach dem Frieden von Cherasco im Juni 1631 aus Italien zurĂŒckgekehrt, schloss sich Croon unter dem Kommando Johann von Aldringens im Oktober der kaiserlich-ligistischen Armee unter Graf Tilly an. Im April 1632 kĂ€mpfte Croon in der Schlacht bei Rain am Lech gegen die nach Bayern vorrĂŒckenden Schweden, in der das Heer der Katholischen Liga geschlagen wurde und Tilly tödlich verwundet wurde. Anschließend kĂ€mpfte Croon unter Wallenstein sowohl an der Alten Veste, wonach er zum Leutnant befördert wurde, als auch in der Schlacht bei LĂŒtzen, in der der schwedische König Gustav Adolf fiel. Nach Wallensteins Ermordung Anfang 1634 diente Croon wieder unter Aldringen. Bei der Belagerung von Regensburg geriet er verwundet in feindliche Gefangenschaft, konnte aber aus eigener Kraft wieder daraus entkommen. Ende Juli ergab sich Regensburg den Kaiserlichen, kurz nachdem Aldringen bei Landshut in KĂ€mpfen gegen ein schwedisches Entsatzheer gefallen war. Croon kĂ€mpfte als NĂ€chstes im September in der Schlacht bei Nördlingen, in der die Schweden entscheidend geschlagen wurden. Daraufhin beförderte man ihn zum Hauptmann im Dragonerregiment von Ottavio Piccolomini.cite-ref-haanen2-4-3[4]cite-ref-6[6]

Mit den Truppen Piccolominis zog Croon zur UnterstĂŒtzung der Spanier in die SĂŒdlichen Niederlande und nahm im Juli 1635 am erfolgreichen Entsatz von Löwen und der Eroberung der Schenkenschanze teil. Er beteiligte sich im Winter an zwei EinsĂ€tzen zur Versorgung der anschließend von niederlĂ€ndischen Truppen belagerten Festung, wofĂŒr man ihn zum Obristwachtmeister im Dragonerregiment von Johann Wilhelm von Kuefstein beförderte. Das Regiment stand das nĂ€chste Jahr ĂŒber in Böhmen oder Sachsen.cite-ref-haanen2-4-4[4] Nach Kuefsteins Tod Anfang Mai 1637cite-ref-7[7] wurde Croon der Interimskommandant des Regiments. Vom StĂŒtzpunkt in Oschatz aus unternahm es mehrere ÜberfĂ€lle auf die Schweden, einige von Croon persönlich angefĂŒhrt, der den Gegnern dabei unter anderem Verluste von 300 Pferden und mehreren toten oder gefangenen Offizieren beibrachte.cite-ref-haanen2-4-5[4]

Das aus Burgund zurĂŒckgekehrte kaiserliche Hauptheer unter Matthias Gallas griff die Schweden unter General BanĂ©r Mitte Juni bei Torgau an, die knapp entkommen konnten und sich nach Pommern zurĂŒckzogen. An der Seite von Gallas’ Heer verfolgte Croon die Schweden und bezog Quartiere in Mecklenburg. FĂŒr seine Leistungen in diesem Feldzug erhielt er die nĂ€chste Beförderung zum Obristleutnant. Das Jahr 1638 ĂŒber stand er in Mecklenburg gegen die in Pommern eingeschlossenen Schweden. WĂ€hrend des RĂŒckzugs der Kaiserlichen Ende des Jahres aufgrund schwedischer VerstĂ€rkungen und der eigenen katastrophalen Versorgungslage griff Croon bei Boizenburg an der Elbe zusammen mit Albert Gaston Spinola von Bruay zwei schwedische Regimenter an, die dabei zerschlagen wurden. Über den Winter wurden Croons Truppen in Quartiere nach Schlesien geschickt. Hier blieb er in den folgenden Jahren im Einsatz, um die Region gegen schwedische Angriffe zu verteidigen.cite-ref-haanen2-4-6[4]

Regimentsinhaber und Stadtkommandant

1640 zeichnete Croon sich bei der RĂŒckeroberung von Schloss und Stadt LĂŒben unter Martin Maximilian von der Goltz aus. Von der Goltz schlug ihn dafĂŒr zur Beförderung vor, woraufhin Kaiser Ferdinand III. am 28. August 1640 Croon zum Oberstinhaber und Kommandanten des bisherigen Dragoner-Regiments D’Espaigne ernannte, dessen vorheriger Inhaber verstorben war.cite-ref-kleeberg-8-0[8] Croon war damit zu einem der wenigen nichtadeligen Regimentsinhaber aufgestiegen und verdiente fortan als Kriegsunternehmer unmittelbar Geld mit dessen EinsĂ€tzen.cite-ref-haanen2-4-7[4] Mit dem Regiment nahm er im September 1640 an der Belagerung von Hirschberg und im Sommer 1641 an der RĂŒckeroberung von Görlitz teil. Ende Mai 1642 beteiligte er sich unter Franz Albrecht von Sachsen-Lauenburg am fehlgeschlagenen Entsatz fĂŒr die von den Schweden belagerte Festung Schweidnitz, wobei Franz Albrecht tödlich verwundet in Gefangenschaft geriet. Croon entkam der Gefangennahme und fĂŒhrte in der Folge mehrere erfolgreiche Angriffe auf die weiter nach MĂ€hren gezogenen Schweden, darunter am 5. Juli einen Überfall auf die schwedische Besatzung von Littau. Nachdem das kaiserliche Heer die Schweden aus MĂ€hren und Schlesien herausgedrĂ€ngt hatte, kĂ€mpfte Croon mit seinen Dragonern im November des Jahres auf dem rechten FlĂŒgel der Kaiserlichen in der Niederlage bei Breitenfeld.cite-ref-kleeberg-8-1[8]

Im Mai 1643 hatte Croon vom neuen Oberbefehlshaber Gallas den Auftrag, mit seinem und Gallas’ eigenem Dragonerregiment zwischen Podiebrad und Nimburg eine Stellung gegen die in Böhmen eingedrungenen Schweden einzunehmen und sie am Überschreiten der Elbe und einem VorrĂŒcken gegen Prag zu hindern.cite-ref-bw-9-0[9] Das schwedische Heer unter Lennart Torstensson konnte Anfang Juni mit einer SchiffsbrĂŒcke die Elbe bei MělnĂ­k ĂŒberschreiten, ging aber nicht gegen Prag vor, sondern zog ĂŒber KolĂ­n nach MĂ€hren.cite-ref-10[10] Nachdem das schwedische Hauptheer Ende des Jahres zum ĂŒberraschenden Angriff auf DĂ€nemark abgezogen war, blockierte Croon Anfang 1644 mit seinem Regiment die schwedisch besetzte Festung Glogau in Schlesien.cite-ref-kleeberg-8-2[8] Im MĂ€rz nahm er das Schloss Herrnstadt im Umland von Glogau ein.cite-ref-bw-9-1[9]

Mit dem kaiserlichen Hauptheer unter Gallas zogen Croon und sein Regiment im Juni 1644 zur UnterstĂŒtzung der DĂ€nen bis nach Holstein. Im August nahm er an der ErstĂŒrmung des schwedisch besetzten Kiels teil.cite-ref-haanen2-4-8[4] Kurz darauf umgingen die Schweden unter Torstensson jedoch das kaiserliche Heer nach SĂŒden und bedrohten mit einem Vorstoß entlang der Elbe Sachsen wie auch das habsburgische Böhmen. Gallas musste mit seinem Heer zurĂŒck durch das ausgezehrte Land gehen und nahm ein Lager bei Bernburg ein, um Sachsen gegen die Schweden zu decken. Dort wurde das Heer allerdings bald von der ĂŒberlegenen schwedischen Kavallerie eingeschlossen und ausgehungert. Croon war auf dem RĂŒckzug in mehrere verlustreiche Gefechte mit den Schweden verwickelt und wurde bei Bernburg durch eine Musketenkugel im Arm getroffen.cite-ref-bw-9-2[9]cite-ref-haanen2-4-9[4]

In Folge der Verletzung und des unglĂŒcklichen Feldzugs bat er vom Lager in Bernburg aus seinen frĂŒheren Befehlshaber Piccolomini, mittlerweile in spanischen Diensten, um eine andere Verwendung fĂŒr sich und sein Regiment. Dieser empfahl ihn im Dezember bei Walter Leslie am Wiener Hof fĂŒr eine neue Funktion.cite-ref-haanen2-4-10[4] Im Januar 1645 war Croon zurĂŒck in Böhmen und wurde als Stadtkommandant in Pilsen stationiert. Den aktiven Felddienst konnte er damit verlassen. Ein Teil seines Regiments unter Bartolomeo Strassoldo wurde nach Pardubitz gelegt und verteidigte diese Stadt im Oktober erfolgreich gegen schwedische Angriffsversuche.cite-ref-bw-9-3[9] Auch Pilsen konnte gegen die Schweden behauptet werden, Croon blieb die folgenden Jahre dort stationiert und ließ die vernachlĂ€ssigten Verteidigungsanlagen der Stadt stark ausbauen.cite-ref-haanen2-4-11[4]

Im August 1647 stellte Croon auf Anweisung General Holzappels in Pilsen zusĂ€tzliches Pulver fĂŒr die kaiserliche Hauptarmee her. Im Vorfeld des Reitergefechts bei Triebl unterstĂŒtzte Croon mit seinem Regiment die kaiserliche AufklĂ€rung. Sein und zwei nach Pilsen beorderte kroatische Regimenter ermöglichten, dass die Kaiserlichen genau ĂŒber die schwedischen Bewegungen Bescheid wussten und den Schweden am 22. August beim nahegelegenen Ort Triebl grĂ¶ĂŸere Verluste beibringen konnten.cite-ref-11[11] Kurz nach Abzug des kaiserlichen Hauptheeres eroberte Croon am 25. Oktober 1647 die Königswarter Schanze vor Eger von den Schweden zurĂŒck. Anschließend sollte er die seit Juli durch die Schweden unter Johann von Koppy besetzte böhmische Grenzstadt Eger blockieren, um sie durch Aushungern fĂŒr die Kaiserlichen zurĂŒckzugewinnen. Erst mit Beginn des Winters gelangen ihm und dem zu seiner VerstĂ€rkung geschickten Regiment Siegmund Friedrich von Götzen die vollstĂ€ndige Abriegelung.cite-ref-12[12] Eger war nicht mehr lange vom Fall entfernt, als Ende MĂ€rz 1648 der schwedische General Königsmarck mit starker Kavallerie zum Entsatz eintraf. Königsmarck durchbrach Croons Blockade zwischen Wunsiedel und Waldsassen und brachte am 6. April 300 Wagen Proviant und 100 StĂŒck Vieh in die ausgehungerte Stadt.cite-ref-13[13]

Kaiser Ferdinand III. hatte Croon aufgetragen, die StĂ€dte Elbogen und Falkenau gegen mögliche schwedische Angriffe aus der Oberpfalz zu verstĂ€rken. TatsĂ€chlich drang Königsmarck im Juni 1648 nach Böhmen vor, eroberte die StĂ€dte Taus und Bischofteinitz, die Burg Petschau und nach mehrtĂ€giger Beschießung schließlich auch Falkenau. Die Stadt Elbogen fand er dagegen zu stark befestigt vor und zog wieder von dort ab.cite-ref-14[14] Am 22. Juli tauchte Königsmarck mit 2500 Reitern ĂŒberraschend vor Pilsen auf. Er griff die Stadt nicht an, sondern ritt weiter nach Bela, wo er 600 zurĂŒckgelassene Infanteristen aufnahm. Croons Besatzung war nicht stark genug, um Königsmarck bei seinen Aktionen wirksam einschrĂ€nken zu können. Dieser zog mit seinem gesamten Trupp ĂŒber Rakonitz nach Prag, das er am 26. Juli ĂŒberraschend angriff und dabei die Kleinseite einnahm.cite-ref-15[15] Der WestfĂ€lische Friede Ende Oktober beendete die Kampfhandlungen in Böhmen. Bei der folgenden Verkleinerung der kaiserlichen Truppen wurden alle Dragonerregimente mit Ausnahme von Croons eigenem aufgelöst.cite-ref-haanen2-4-12[4]

General und böhmischer MilitÀrkommandant

Nach dem Ende des DreißigjĂ€hrigen Krieges blieb Croon in kaiserlichen Diensten. Zusammen mit seinem Förderer Piccolomini nahm er von 1649 bis 1650 als kaiserlicher BevollmĂ€chtigter am NĂŒrnberger Exekutionstag teil. Er zĂ€hlte zu den GĂ€sten der beiden großen Friedensfeiern, des schwedischen Friedensmahles im Oktober 1649 und des kaiserlichen Friedenfests im Juli 1650.cite-ref-nnbw-2-1[2] Zur Durchsetzung der in NĂŒrnberg getroffenen Bestimmungen ĂŒber TruppenabzĂŒge war er von Juni bis Oktober 1650 in Erfurt und anderen noch schwedisch besetzten StĂ€dten damit beauftragt, den Abzug der fremden Truppen sicherzustellen. Im Oktober wurde er zum Kommandanten von Eger bestellt und schließlich im November des Jahres unter dem Namen Johann Freiherr von der Cron zum Freiherrn erhoben, womit die Aufnahme in den böhmischen Herrenstand verbunden war. Sich selbst nannte er bis zu diesem Zeitpunkt Jan de la Croon.cite-ref-haanen1-1-3[1] Er erwarb 1651 Grundbesitz in Böhmen mit dem Ort Zahoƙany bei Leitmeritz und dessen Umgebungcite-ref-zemanp-tek-16-0[16], außerdem wurde ihm der Titel eines Hofkriegsrats verliehen. 1652 wurde er zum Kommandanten von Prag und Vize-MilitĂ€rkommandanten von Böhmen (als Stellvertreter Rudolf von Colloredos) ernannt sowie zum Generalwachtmeister befördert. 1653 wurde er Inhaber des Prager Garnisonsregiments, das bisherige Regiment Waldstein, sein altes Dragonerregiment ĂŒbergab er dafĂŒr an Peter de Buschiere, es sollte unter wechselnden Namen weiterbestehen bis zum Ende Österreich-Ungarns im Jahr 1918.cite-ref-haanen2-4-13[4]

Auch in Eger und Prag war er Ă€ußerst aktiv beim Ausbau der Verteidigungsanlagen der StĂ€dte, zusĂ€tzlich beaufsichtigte er als stellvertretender MilitĂ€rkommandant die Instandhaltung und den Ausbau von Befestigungen in ganz Böhmen. FĂŒr Piccolominis Schloss NĂĄchod erstellte er zusammen mit dem Baumeister Giovanni Pieroni das Befestigungskonzept.cite-ref-17[17] Nach dem Eintritt der Kaiserlichen in den Nordischen Krieg auf Seiten Polens im Jahr 1657 gegen die Schweden war Croon fĂŒr die Truppenwerbungen in Böhmen verantwortlich. Melchior von Hatzfeldt verlangte im gleichen Jahr nach der Einnahme Krakaus durch seine Truppen, ihm Croon zu unterstellen, der das Kommando ĂŒber die Stadt ĂŒbernehmen sollte. Der Wiener Hof lehnte aber ab, weil er Croon in Böhmen fĂŒr unabkömmlich hielt.cite-ref-haanen2-4-14[4] Dort war er im gleichen Jahr nach Colloredos Tod an dessen Stelle zum Kommandierenden General aufgestiegen.cite-ref-18[18] Im Krieg gegen die TĂŒrken 1663/64 war er verantwortlich fĂŒr den Durchzug deutscher Hilfstruppen nach Ungarn. Noch in seinem letzten Lebensjahr wurde er zum Feldmarschallleutnant befördert.cite-ref-haanen2-4-15[4] Am 6. November 1665 starb Jan van der Croon in Prag und wurde dort in der St. Thomaskirche beerdigt.cite-ref-zemanp-tek-16-1[16]

Besitzungen

Im Jahre 1651 hatte Croon den Ort Zahoƙany (heute Teil von KƙeĆĄice) und die umliegenden Gemeinden HornĂ­ und DolnĂ­ TĂœnec sowie Ƙepčice (heute Ortsteile von TƙebuĆĄĂ­n), daneben Lovečkovice, TaĆĄov, Ƙetouƈ (heute Teil von Malečov), Valtíƙov (heute Teil von VelkĂ© Bƙezno) und weitere Orte erworben. 1663 kaufte er noch Divice (heute Teil von Vinaƙice u Loun) sĂŒdlich von Laun. In Prag besaß er zwei HĂ€user auf der Kleinseite, das eine an der Stelle des heutigen Palais Liechtenstein auf der Insel Kampa am Moldauufer, das andere am Kleinseitner Ring, das um 1700 von seinen Erben zum heutigen Palais Kaiserstein umgebaut wurde.cite-ref-zemanp-tek-16-2[16]

Mit seinem Vermögen stiftete Croon die Errichtung der Dreifaltigkeitskirche in Zahoƙany, die im Jahr 1657 fertiggestellt wurdecite-ref-haanen1-1-4[1], und die Ausgestaltung der Kapelle fĂŒr Maria Magdalena im Kreuzgang des Klosters und Wallfahrtsorts SvatĂĄ Hora.cite-ref-zemanp-tek-16-3[16] Seiner Heimatstadt schenkte er 1662 die barocke UmzĂ€unung des Taufsteins der Martinuskerk, die bis heute sein Wappen trĂ€gt.cite-ref-haanen1-1-5[1]

Rezeption und Legende

Seine Heimatstadt Weert erinnert bis heute an ihn, dort ist unter anderem die „Jan van der Croonstraat“ nach ihm benannt. In der historischen Betrachtung wurden er und sein Leben ab Mitte des 18. Jahrhunderts hĂ€ufig mit Johann von Werth vermischt oder verwechselt. Werth trĂ€gt im NiederlĂ€ndischen als Jan van Werth den gleichen Vornamen und sein Nachname Ă€hnelt Croons Geburtsort. Zur Verwechslung beigetragen haben mag, dass beide aus nahe benachbarten Regionen stammen, Croon aus Limburg, Werth vom Niederrhein. Beide teilen zudem einen Ă€hnlichen Lebenslauf mit dem Aufstieg aus einfacheren VerhĂ€ltnissen bis hin zum General und der Erhebung in den Böhmischen Adel. In Weert entstand auch die Legende, van der Croon sei Vizekönig („onderkoning“) von Böhmen gewesen, eine Position, die es gar nicht gab, zu der sein tatsĂ€chlich bedeutender Posten als Vize-MilitĂ€rkommandant aber fĂ€lschlicherweise aufgewertet wurde.cite-ref-haanen1-1-6[1]

Die Aufarbeitung der Verwechslung brachte vor allem der Autor Josef Habets im 19. Jahrhundert mit einem Buch ĂŒber Croon und Werth voran.cite-ref-19[19] Dennoch hielten sich manche Legenden weiterhin, wie der angebliche Titel des „onderkoning“, den Josef Habets als Synonym zum MilitĂ€rkommando in Böhmen ansah. Es wurden sogar bestehende Geschichten ĂŒber Johann von Werth auf Jan van der Croon ĂŒbertragen. So veröffentlichte der niederlĂ€ndische Schriftsteller Emile Seipgens 1857 eine ErzĂ€hlung ĂŒber den Schuhmacherknecht Jan aus Weert, der einst von der bildschönen Frau Hanna als zu arm abgewiesen wurde, um im Jahr 1635 als General nach Weert zurĂŒckzukehren, wo er wieder auf Hanna trifft, die ihn wiedererkennt und zu ihm sagt „Ach, als ik dat had kunnen weten“ („Ach, wenn ich das gewusst hĂ€tte“). Diese Handlung um Jan en Hanna wurde fast direkt von der Kölner Sage Jan un Griet zu Johann von Werth ĂŒbernommen und von Köln nach Weert verlegt.cite-ref-haanen1-1-7[1]

Familie

Jan van der Croon war zweimal verheiratet, in erster Ehe mit Margaretha von Birnbach, nach deren Tod am 14. November 1663 heiratete er schon am 17. Dezember 1663 Margaretha Blandina († 1687), geborene Söldner von Söldenhofen. Sie war die Witwe seines frĂŒheren Regimentsangehörigen Ernst SchĂŒtz von Leipoldsheim (auch Leopoldsheim, † gefallen 1661).cite-ref-0-3-1[3] Beide Ehen blieben kinderlos, weshalb Croon bereits 1662 seinen jĂŒngeren Bruder Franz adoptiert und als Erben eingesetzt hatte. Da dieser nur wenige Wochen nach ihm verstarb, ging das Erbe an dessen einzige, damals nur wenige Monate alte Tochter Franziska Blandina van der Croon (1665–1701) ĂŒber. Franziska Blandina heiratete Helfried Franz von Kaiserstein und hatte mit diesem drei Töchter. Die Ă€lteste Tochter Barbara († 1722) heiratete Leopold Wilhelm von Waldstein und brachte Zahoƙany als Mitgift in die Ehe, Leopold Wilhelm verkaufte die Herrschaft aber schon im Herbst 1703. Die zweite Tochter Maria Ludmilla († 1714) heiratete Graf Peter Ernst von Mollard, wĂ€hrend die dritte Maria Anna Renata im Jahr 1704 ihren Cousin Wolfgang von Kaiserstein ehelichte, der schon anderthalb Jahr spĂ€ter starb.cite-ref-zemanp-tek-16-4[16]cite-ref-haanen3-5-1[5]cite-ref-20[20]

Durch seine zweite Ehe wurde Croon Stiefvater der beiden Kinder Margaretha Blandinas, Maria Blandina und Ernst Gottfried (1640–1715). Maria Blandina war bereits Jans SchwĂ€gerin als Ehefrau seines Bruders Franz, außerdem war sie Mutter seiner Erbin Franziska Blandina.cite-ref-haanen3-5-2[5] Nach Franz’ Tod heiratete Maria Blandina in zweiter Ehe Hilfgott von Kuefstein, den Stadtkommandanten von Salzburg. Kuefstein wurde dadurch nicht nur Stiefvater von Croons Nichte und Erbin Franziska, er war auch ein Schwager Johanns von Werth als Bruder von Susanna Maria von Kuefstein († 1698).cite-ref-21[21]

Der Stiefsohn Ernst Gottfried SchĂŒtz von Leipoldsheim wurde 1665 in den böhmischen Freiherrenstand und 1687 in den Grafenstand erhoben. Er war königlicher Hoflehen- und Kammerrechtsbeisitzer sowie Hauptmann des Saazer Kreises. Aus erster Ehe mit Salomena Polixena Koc von DobrĆĄ hatte er acht Kinder. Seine zweite, kinderlose Ehe schloss er 1686 mit Susanna Maria von Kuefstein, der Witwe Johanns von Werth durch diese Ehe auch postumer Stiefschwiegertochter Jan van der Croons. Ernst Gottfried erwarb Johann von Werths ursprĂŒngliche Herrschaft Benatek. Mit dem Tod seines Sohnes Ernst Jaroslav im Jahr 1720 starb seine Familie in mĂ€nnlicher Linie aus.cite-ref-22[22]cite-ref-23[23]

Das von Jan begrĂŒndete Freiherrengeschlecht von der Kron setzte sich bis ins 18. Jahrhundert fort. Sein in spanischen MilitĂ€rdiensten gefallener Bruder Willem hatte die zwei Töchter Maria Margaretha († 1708, verheiratet mit Ferdinand Rudolf Tscheyka Freiherr von Obranowitz) und Helena (1645–1722, verheiratet mit Vincenz de Lamotte von Frintrop), und den Sohn Franz (II.). Dieser wurde wie seine Onkel Jan und der Ă€ltere Franz am 11. MĂ€rz 1660 in den alten böhmischen Herrenstand aufgenommen und lebte ebenso in Prag. Diese Linie der Familie erhielt nur einen kleineren Teil des Erbes, bei einem kinderlosen Tod von Franz Senior hĂ€tten sie diesen beerbt. Die Freiherren von der Kron starben Mitte des 18. Jahrhunderts mit der folgenden Generation aus, mit dem kinderlosen und unverheirateten Franz (III.), Sohn des zweiten Franz und Großneffe Jan van der Croons.cite-ref-haanen3-5-3[5]

Literatur

‱ Emile Haanen: Jan van der Croon. In: De Maasgouw: tijdschrift voor Limburgse geschiedenis en oudheidkunde. Band 119, 2000, S. 243–256 (niederlĂ€ndisch, showeert.nl [PDF]).
‱ J. Verzijl: Croon (Jan baron van der). In: Philipp Christiaan Molhuysen, Petrus Johannes Blok: Nieuw Nederlandsch Biografisch Woordenboek. (NNBW), Verlag A.W. Sijthoff’s Uitgevers-Maatschappij, Leiden, 1933, Bd. 9, Sp. 183, (Online, niederlĂ€ndisch)
‱ Bernd Warlich: Croon, Jan Freiherr van der. In: Der DreißigjĂ€hrige Krieg in Selbstzeugnissen, Chroniken und Berichten; abgerufen am 6. MĂ€rz 2021

Einzelnachweise

cite-note-haanen1-11. ↑ Emile Haanen: Jan van der Croon. In: De Maasgouw: tijdschrift voor Limburgse geschiedenis en oudheidkunde. Band 119, 2000, S. 243–256 (niederlĂ€ndisch, showeert.nl [PDF]).
cite-note-nnbw-22. ↑ J. Verzijl: Croon (Jan baron van der). In: Philipp Christiaan Molhuysen, Petrus Johannes Blok: Nieuw Nederlandsch Biografisch Woordenboek. (NNBW), Verlag A.W. Sijthoff’s Uitgevers-Maatschappij, Leiden, 1933, Bd. 9, Sp. 183, (Online, niederlĂ€ndisch)
cite-note-0-33. ↑ Antonio Schmidt‐Brentano: Die kaiserlichen Generale 1618 – 1655. Ein biographisches Lexikon. Hrsg.: Österreichisches Staatsarchiv. Wien 2022, S. 117–120 (oesta.gv.at [PDF]).
cite-note-haanen2-44. ↑ Emile Haanen: De militaire levensloop van Jan van der Croon. Een beknopte beschrijving. In: Stichting Historisch Onderzoek Weert. Abgerufen am 6. MĂ€rz 2021 (niederlĂ€ndisch).
cite-note-haanen3-55. ↑ Emile Haanen: Stamboom van Jan van der Croon, behorend bij voornoemd artikel. In: Stichting Historisch Onderzoek Weert. Abgerufen am 6. MĂ€rz 2021 (niederlĂ€ndisch).
cite-note-66. ↑ Otto Elster: Die Piccolomini-Regimenter wĂ€hrend des 30-jĂ€hrigen Krieges besonders das KĂŒrassier-Regiment Alt-Piccolomini, Stammtruppe des k. u. k. Dragoner-Regiments Nr. 6, Prinz Albrecht von Preußen. Nach den Akten des Archivs zu Schloß Nachod von O. Elster. Seidel, Wien 1903, S. 112.
cite-note-77. ↑ Bernd Warlich: Kuefstein, Johann Wilhelm Freiherr von. In: Der DreißigjĂ€hrige Krieg in Selbstzeugnissen, Chroniken und Berichten; abgerufen am 6. MĂ€rz 2021
cite-note-kleeberg-88. ↑ Emilian Kleeberg: K. u. k. Dragoner-Regiment Johannes Josef FĂŒrst von Liechtenstein Nr.10, 1640-1893. St. Kossowski, Tarnopol 1893, S. 6–7.
cite-note-bw-99. ↑ Bernd Warlich: Croon, Jan Freiherr van der. In: Der DreißigjĂ€hrige Krieg in Selbstzeugnissen, Chroniken und Berichten; abgerufen am 6. MĂ€rz 2021
cite-note-1010. ↑ Lothar Höbelt: Von Nördlingen bis Jankau. Kaiserliche Strategie und KriegsfĂŒhrung 1634–1645. Heeresgeschichtliches Museum, Wien 2016, ISBN 978-3-902551-73-3, S. 351–352.
cite-note-1111. ↑ Ernst Höfer: Das Ende des DreißigjĂ€hrigen Krieges. Strategie und Kriegsbild. Böhlau, Köln / Weimar / Wien 1997, ISBN 3-412-04297-8. S. 81–83.
cite-note-1212. ↑ Ernst Höfer: Das Ende des DreißigjĂ€hrigen Krieges. Strategie und Kriegsbild. Böhlau, Köln / Weimar / Wien 1997, ISBN 3-412-04297-8. S. 95–96.
cite-note-1313. ↑ Ernst Höfer: Das Ende des DreißigjĂ€hrigen Krieges. Strategie und Kriegsbild. Böhlau, Köln / Weimar / Wien 1997, ISBN 3-412-04297-8. S. 171–172.
cite-note-1414. ↑ Franz Alexander Heber: Böhmens Burgen, Vesten und Bergschlösser. Band 5. Prag 1847, S. 35.
cite-note-1515. ↑ Ernst Höfer: Das Ende des DreißigjĂ€hrigen Krieges. Strategie und Kriegsbild. Böhlau, Köln / Weimar / Wien 1997, ISBN 3-412-04297-8. S. 216–217.
cite-note-zemanp-tek-1616. ↑ VĂĄclav Zeman, Jakub PĂĄtek: Zahoƙany/Zahorzan und seine Besitzer im kurzen historischen RĂŒckblick. In: Terra Sacra Incognita. Abgerufen am 6. MĂ€rz 2021.
cite-note-1717. ↑ Anton Podlaha, Zdenek Wirth: Topographie der historischen und Kunst-Denkmale im Königreiche Böhmen von der Urzeit bis zum Anfange des XIX. Jahrhunderts. BĂ€nde 35–36. Prag, 1912. S. 60.
cite-note-1818. ↑ Streffleurs militĂ€rische Zeitschrift. L. W. Seidel, Wien 1910. 87. Jahrgang. I. Band. S. 193–194.
cite-note-1919. ↑ Josef Habets: Jan Van Weert, en Jan Van Der Croon: eene bijdrage tot de geschiedenis van den dertigjarigen oorlog. J.J. Romen, Roermond 1862 (niederlĂ€ndisch, Volltext in der Google-Buchsuche).
cite-note-2020. ↑ Oskar Göschen (unter dem Pseudonym „Pusikan“): Die Kaiserstein. Geschichte des Hauses. Wilhelm BraumĂŒller, Wien 1873. S. 11–12. Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3DrK7niaLqltsC~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D
cite-note-2121. ↑ Stammbaum Kuefstein. Abgerufen am 6. MĂ€rz 2021.
cite-note-2222. ↑ Rudolf Johann von Meraviglia-Crivelli: J. Siebmacher’s grosses und allgemeines Wappenbuch Vierten Bandes, neunte Abteilung. Der Böhmische Adel. Bauer & Raspe, NĂŒrnberg 1886, S. 169.
cite-note-2323. ↑ Johann VeselĂœ: Geschichte der fĂŒrstlich Schwarzenbergschen Besitzungen, Selbstverlag des Autors, Prag 1895, S. 12–17.